Der Duft der Demokratie

Heute ist Verfassungstag. Haben Sie das gewusst?

Heute sollte der Duft der Demokratie durch die Gassen der Republik ziehen. Denn „unser“ Grundgesetz wird 75 Jahre alt.

Es ist ein hübsches, hoch engagiertes kleines Buch. Aus ihm strömt der Duft der Demokratie, finde ich. Haben Sie gewusst, dass Sie nach Artikel 20 Absatz 4 das Recht auf Widerstand haben gegen jeden, der es unternimmt, diese demokratische Ordnung zu beseitigen, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist? Gegen jeden. Egal, wo seine oder ihre Position in diesem System ist. Haben Sie gewusst, dass nach Vollendung der Einheit der beiden deutschen Staaten nach Artikel 146 eine Verfassung das Grundgesetz für das gesamte deutsche Volk ersetzen wird? Spannend, oder?

Die Entwicklung des „Duft der Demokratie“

Ich lese viel. Auch Historisches, Religiöses und sogar Mystisches. Das ist die Grundlage meiner Arbeit. Ich will wissen, wie der Mensch fühlt. Wenn neue Auftraggeber zu mir kommen, lerne ich wieder dazu oder erinnere mich. Als Dr. Uwe Pöhls und sein Team von deMedia auf mich zukamen und mir das Wort „Duft der Demokratie“ als Auftrag vorschlugen, tat ich zweierlei. Zum einen wehrte ich mich mit Klauen und Fängen gegen den Auftrag. Denn auf schwer bestimmbare Weise machte mich die Idee, der Grundlage unseres Zusammenlebens ein Denkmal zu setzen wütend und traurig. Doch genau diese kritische Sicht gefiel den Leuten von deMedia. Zum anderen nahm ich dieses kleine Büchlein wieder zur Hand und ließ mir jede dieser wunderschönen Ideen des respektvollen und verständnisvollen Miteinanders auf der Zunge zergehen.

Fragen kamen auf. Haben wir fünf Bundesländer vergessen und rutschen diese vielleicht gerade nach rechts, weil die Menschen dort mit „Wir sind das Volk“ alle Deutschen meinten? Auch sich selbst? Haben fünf Bundesländer die Hoffnung auf die Einlösung des im Artikel 146 Versprochenen aufgegeben? Ist ein „Gesetzbuch“ und dieses Gesetzbuch noch die richtige Form? Ich habe knapp 400 Leute gefragt. Keiner von ihnen hat es gelesen. Auch Artikel 20 nicht. Aber so viele wie nie zuvor klagen über „die da oben“. Und so wenige wie je zuvor geben ihrer Hoffnung in Form von Wahlbeteiligung ihre Stimme.

Duft der Demokratie

Revolte in Flakons. Mein Artikel 20

Ja, Mensch Leute. Dann macht es doch so wie ich und wählt „Die Partei“. So etwas ist in Island passiert. Und das war gut. Satiriker anstatt Zyniker an der Regierung. Oder macht Kunst zum Widerstand. Macht etwas Verbotenes, wie alte Kartoffelsorten in Eure Gärten zu pflanzen. Oder macht was Regionales und holt Euch den Honig vom Imker ums Eck. Seid alle Stolz darauf Deutsche zu sein und überlasst das nicht den Extremisten. Habt den Mut hier Euren Beitrag zu leisten.

Der Duft der Demokratie ist mein Artikel 20. Es duftet nach einem schönen Land in Mitteleuropa. Und wenn ich Land sage, meine ich nicht Territorium. Es riecht nach Birken, Linden, dunklen Tannenwäldern und einem Hauch „Weiße Rose“. Nach ungeduldigem Papier. Nach dem dunklen Holz der Räume, der Studentenspelunken und „Sozi“-Kneipen, in denen früher das erdacht wurde, was zuletzt auch heute wieder zu Demokratie werden könnte. Täglich neu. Die Demokratie muss täglich erneuert werden. Wie das Parfum, das man trägt.

Hier geht es zu einem Artikel der WZ darüber (klick)
Und hier zum Shop, um den Duft kennen zu lernen (klick)